Auf dem Weg zur Liebe

Der Path of Love ist ein intensiver Gruppenprozess, der sich dem inneren Aufwachen widmet. Dabei geht es vor allem darum, unser Herz zu öffnen und unsere Verbundenheit zum Göttlichen wieder zu spüren: „Was hält mich denn davon ab, ein natürliches und lustvolles Leben zu führen? Was deckelt meine Energie?“ Halima, Veeto und Sudhir leiten den deutschen Path of Love und sprechen über ihre Arbeit. Ein Interview.

Kann ich beim Path of Love meine Lust neu entdecken?

S U D H I R : Der Path of Love (PoL) ist eine Entdeckungsreise – auch was die Sexualität angeht. In dem allerersten Buch von Osho, was ich vor langer Zeit gelesen habe, ging es um den Weg von Sex zur Liebe und zum Gebet. Damals war das für mich alles vollkommen getrennt: Sex war Sex und hatte we- nig mit Liebe und schon gar nicht etwas mit Gebet zu tun. Beim PoL kann man entdecken, dass das alles zusammenge- hört. Wenn Sex da sein darf und die Liebe hinzukommt, dann öffnet sich eine Blüte. Eine spirituelle Dimension offenbart sich, weil Sex und Liebe zusammenkommen.

V E E T O : Viele Leute sind stark mit dem Thema Sex beschäf- tigt, weil sie wenig oder jedenfalls keinen befriedigenden Sex haben. Natürlich ist der PoL keine Tantra-Gruppe, aber du hast dort die Möglichkeit dir all das anzugucken, was für dich mit dem Thema Sex zusammenhängt, und das führt dich zu einer tieferen Ebene. Es gibt dabei aber keine Vorgabe, kein Ziel. Es geht also nicht darum, den Sex loszuwerden oder zu trans- zendieren, sondern darum, dass du dir wirklich alles an- schauen kannst, was dabei für dich auftaucht. Das ist ja höchst individuell und kann bei jedem ganz anders sein.

HALIMA: Sexualität ist eine unserer Hauptenergien – sie ist eigentlich identisch mit unserer Lebensenergie. Beim PoL geht es darum, das Lebensfeuer zu entdecken – dieses Gefühl von „So bin ich“, „Das ist meine Natur“. Und schon taucht die Frage auf: Was deckelt meine Energie? Was steht zwischen mir und der Liebe, zwischen mir und meinem Herzen, meiner Le- bendigkeit? Wenn wir Sex als unsere Lebensenergie betrach- ten, dann leben viele von uns auf sehr kleiner Flamme. Da sind viele Schichten von Scham, Wut, Enttäuschung, Verlet- zungen, die unsere natürliche Sinnlichkeit überlagern. Der PoLgibt uns die Möglichkeit diese Schichten aufzudecken und sie zu lösen. So können wir unseren Körper, unser Lebensfeuer wiederfinden. Der ganze Prozess geht in Richtung Natürlich- keit – „So bin ich wirklich“ – und natürlich hat das auch eine unmittelbare Auswirkung auf unsere Sexualität.

Das Körperliche spielt also eine wichtige Rolle bei diesem Prozess?

H A L I M A : Natürlich! Über den Körper kommen wir in diesen Moment. Hier und jetzt sind wir präsent in unserem Körper. Das ist unsere Tür in das, was wirklich ist. So tun sich ganz neue Dimensionen auf – wir spüren eine tiefere Verbindung zwischen uns und der Welt. Das ist eine sehr körperliche und sinnliche Erfahrung.

S U D H I R : Bei diesem Prozess entsteht oft ein Gefühl, dass man sich neu in das Leben verliebt. Es geschieht eine Art Öffnung, die eigentlich nicht mehr so viel mit körperlicher Lust zu tun hat, sondern sich eher auf einer sehr freundschaftlichen, wei- chen Ebene abspielt. Das hat dann auch nichts mehr von den üblichen Ego-Spielchen zu tun à la „Ich will dich ins Bett be- kommen“.

Aber geht das dann nicht auf Kosten des Sex-Drives?

S U D H I R : Als ich anfing, mich in Tantra-Gruppen mit meiner Sexualität auseinanderzusetzen, da gab es durchaus Momente, wo meine Lust, so wie ich sie kannte, weniger wurde. Da fragte ich mich manchmal: Wo ist mein Sex geblieben? Aber letztlich war das eine Phase der Umorientierung und auch ein Reifeprozess. Meine alten Vorstellungen vom Mannsein traten in den Hintergrund und meine Identifikationen lösten sich auf. Das war auch eine Lösung von Ego-Trips und Machtspielen, die oft mit Sex verbunden sind. Und so entstand etwas Neues und meine Lust kehrte in ande- rer Form zurück.

„Viele Leute sind stark mit dem Thema Sex beschäftigt, weil sie wenig oder jedenfalls keinen befriedigenden Sex haben. Natürlich ist der PoL keine Tantra- Gruppe, aber du hast dort die Möglichkeit dir all das anzugucken, was für dich mit dem Thema Sex zusammenhängt.“ Veeto

HALIMA: Wir sind sexuelle Wesen – sinnlich, kraftvoll und leidenschaftlich. Diese Leiden- schaft kann sich sehr vielfältig ausdrücken: in Kreativität, Sinnlichkeit, direkter Begeg- nung. Dieser Zustand von Le- bendigsein ist keineswegs nur etwas, was im Bett passiert. Oder aktiviert wird, wenn wir jemanden attraktiv finden. Es ist ein Zustand in uns. Liebha- ber mögen kommen und gehen, aber dieses Gefühl gehört uns. Es ist unser Lebens-Drive.

In der Ankündigung für eure Gruppe zitiert ihr Rumi: „Es ist nicht deine Aufgabe nach der Liebe zu suchen, sondern all die Hindernisse in dir zu finden, die du gegen sie aufgebaut hast.“ Kann Sex auch eines dieser Hindernisse sein?

HALIMA: Sex kann durchaus ein Hindernis sein, wenn wir ihn benutzen, um unser Ego aufzupäppeln. Wenn du bewei- sen willst, dass du ein toller Kerl bist und alle haben könntest. Oder dass du als Frau von allen begehrt wirst. In dem Moment, wo wir uns für eine tiefere Ebene öffnen können, begegnen wir uns auf eine ganz andere Art und Weise. Und dann ist Sex sicher kein Hindernis.

V E E T O : Unser Sex ist schwer beladen mit alten Prägungen. Zum Beispiel wie wir uns als Frau sehen: „Ich bin nicht at- traktiv genug und deswegen kriege ich nicht die Männer, dieich toll finde.“ Oder mit religiö- sen Konditionierungen, die un- sere Lust und Körperlichkeit mit Scham behaften. All diese Prägungen schütten unsere Le- bensenergie zu – und es ist eine große Chance, sich dieser Kon- ditionierungen bewusst zu wer- den und sie wie auf einem Scheiterhaufen abzubrennen.

SUDHIR: Bei Männern sind es häufig Leistungsdruck, Konkur- renz, Versagensangst, Eifer- sucht – eine lange Liste von Wunden und Verletzungen, die mit unserer Sexualität zu tun haben. All diese Schichten lie- gen über unserer natürlichen Lebendigkeit, und dann ist ja klar, dass man irgendwann keine Lust mehr auf die Lust hat. Sobald man sich dieser Schattenseiten bewusst wird, meldet sich auch eine Sehn- sucht, die Sexualität auf eine andere Art zu entdecken. In Gruppe kannst du dich mit an-
diesem geschützten Raum der deren Teilnehmern ehrlich und offen darüber austauschen. Und dabei erfährst du häufig von den anderen, dass sie all das oder Ähnliches auch kennen. Du brauchst dich damit nicht mehr zu verstecken, da fallen oft Berge an Lasten ab. Etwas ganz Neues öffnet sich.

H A L I M A : Teilnehmer berichten häufig, dass sich durch diesen Prozess die Beziehung zu ihrem Körper und auch das Bezie- hungsleben stark verändert haben. Sie spüren mehr Sinnlich- keit und mehr Selbstvertrauen und gehen mit ihrem Körper freundschaftlicher um. Sie schämen sich nicht mehr für ihre Sexualität, für ihre Lebensenergie. Alle Chakren können sich nun auf natürliche Weise öffnen – das Lebensfeuer ist neu ent- facht und kann sich auf vielfältigste Weise ausdrücken.

Foto © Bigstock | Marina Pissanova

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